Geschichtliches: Erstellung, Umbau, Erweiterungen und Renovierungen der St. Bernhardskirche

vor 1420

Ursprünglich gehörte Neckarhausen zur Pfarrei Nürtingen. Erst durch viel Bitten erreichten die Neckarhäuser den Bau einer eigenen Kapelle. Man hat dafür jahrzehntelang Mittel gesammelt.

1420

Am 11. Februar 1420 wurde die Kapelle dem heiligen Bernhard geweiht. Die Kapelle für diedamals 400 Einwohner stand dort, wo sich heute der Chor befindet.

1469

Die Kapelle wurde erweitert. Ein Turm wurde angebaut. Es ist der heutige Turm. soweit er gemauert ist.

1507

Insgesamt 87 Jahre kämpften unsere Vorfahren um ihre Selbständigkeit. Am 8Juni 1501 war es soweit. Neckarhausen wurde von der Muttergemeinde Nürtingen getrennt. Dank dem dort zuständigen Bischof. der erlaubte, dass Neckarhäuser Sendboten durch das ganze Bistum Konstanz ziehen durften, um ein Jahr lang Spenden für die Kirche zu sammeln.

1534

Neckarhausen wurde mit dem Herzogtum Württemberg evangelisch. 

1606

Die Kirche war wieder baufällig geworden.
1606 wurde das ganze Schiff abgerissen. Auch an der alten Kapelle wurde das Meiste verbessert, Die Kirche wurde so erneuert, dass sie einem Neubau gleich kam.; Am Eingangsportal und an den Fensterbögen im Chor sieht man noch die alten Steinmetzzeichen.  Altar und Taufstein blieben erhalten. Der alte hohle Taufstein ist noch in unserem heutigen Taufstein enthalten.

1777

Die Kirche wurde wieder stark verändert. Man erkannte. dass sie eigentlich keine Kirche war mit Chor und Schiff. sondern nur eine ausgebaute Kapelle. Darum machte man aus der Kirche einen barocken Schlosssaal im Stil jener Zeit, Man entfernte den Chorbogen bis auf einen Stumpf des nördlichen Pfeilers, der noch gut zu sehen ist, Man zog eine durchgehende Stuckfelderdecke ein. Es entstanden die Deckengemälde "Auferstehung Christi  und "Himmelfahrt Christi' sowie die Kanzel mit den vier Evangelisten und Jesus als Salvator Mundi. Der Turm wurde um zwei Stockwerke erhöht und ihm seine heutige Form gegeben.

1908

Der Aufgang zur Männerempore wurde neu geschaffen. Altar und Taufstein wurden erneuert. die Brüstung neu gestaltet und der Boden erneuert.
(Zusatz: Einbau der Orgelempore)

1954Bis dahin wurde an der Kirche nichts mehr gerichtet. Zwei Weltkriege hatten Auswirkungen auf das Innere der Kirche. Sie wurde immer unansehnlicher. Überall bröckelte der Verputz ab und an verschiedenen Stellen kam der Regen durch. Von 1951 an wurde geplant Es hatten sich zwei Kirchengemeinderatsgremien damit befasst. Dort wurde schon über einen neuen Chor nachgedacht und über eine neue Brüstung. Zu dieser Zeit wurde das Gegebene so schön als möglich gestaltet . Es wurde innen wie außen restauriert. Im Innern wurde die Kirche völlig erneuert. Die Deckengemälde und die Gemälde an der Kanzel wurden mit neuen Farben versehen. Die Bänke erhielten wieder ihre alte Naturfarbe Der Boden bekam Solnhofer Platten. Ein neuer Altarund ein erneuerter Taufstein kamen dazu.
1976Ein Sturm beschädigte das Äussere der St. Bernhardskirche. so dass insbesondere der Kirchturm einer grundlegenden unterzogen werden musste, Auf drei Seiten des Turmes wurde das unter dem Verputz liegende Fachwerk freigelegt. Der Kachelofen wurde entfernt und eine neue Sitzbankheizung wurde eingebaut. Der Boden erhielt einen Teppichbelag, der jedoch Jahre später wieder entfernt wurde.
1994

Statische Erfordernisse in der Glockenstube machten eine erneute Renovierung des Turmes notwendig.

1996Die Kirche erhielt einen neuen Putz Der Aussenaufgang zur Empore wurde instandgesetzt.
1999-2000

Die Renovierungsbedürftigkeit des Innern der Kirche war nicht mehr zu übersehen. Über Wände und Bilder hatte sich ein trüber Grauschleier gelegt. Die Risse an der Decke und den Seitenwänden wurden immer größer. Im Zuge der Neugestaltung der Nürtinger Straße ergaben sich weitere Setzrisse. Die elektrische Verkabelung der Kirche war in solch desolatem Zustand. dass bei einer weiteren Benutzung der Kirche das Risiko eines Kurzschlussbrandes bestand. Der Kirchengemeinderat beschloss deshalb. dass ab 10. 0kt. die Gottesdienste im Gemeindehaus abgehalten werden. Parallel dazu liefen Beratungen und Abstimmungen über die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen mit dem Landesdenkmalamt. Während der Planung verstarb Herr Architekt Gottlob Schober aus Neckarhausen. Als Nachfolger wurde Herr Architekt Norbert Morgenthaler aus Neckarhausen gewählt. Im Juli 2000 erteilte das Landesdenkmalamt die Genehmigung zur Innenrenovierung, zur Neugestaltung des Chorraumes und zur Entfernung der Chorraumempore.

2001

Viele bauliche und technische Renovierungen stehen an: z.B. die Veränderung des Chorraumes, ein neuer innerer Aufgang zur Empore, eine neue Beleuchtung und Beschallung, eine neue Orgel, eine neue Bestuhlung des Chorraumes, eine neue zweite Pfarrtafel, ein neuer Fussboden mit Teilfussbodenheizung, die Restaurierung der Bilder an der Decke, an den Brüstungen und der Kanzel, neue Farbgebung im ganzen Innenraum und schließlich die neuen Glasfenster im Chor, gestaltet vom Künstler Andreas Felger.

10. Juni 2001Wiedereinweihung

Quelle: Beilage zum Flyer "Neckarhausens ältestes Gebäude muss renoviert werden" , 2001, verantwortlich Pfr. Graser, A. Henzler, H. Schmitting, Fr. Weigel

Flyer zur Renovierung 2000

 

 

2019-2020Dringende Sanierungsmaßnahmen am Turm und Kirchenschiff aufgrund von Schäden am Dach, Gebälk und Putz sowie Rissen am Kirchengebäude durch statische Verwerfungen.